Der 19-Jährige aus Sama de Langreo gewann in der deutschen Hauptstadt auf beeindruckende Weise den FIFA Interactive World Cup 2008. Damit gelang es Ramos, bei der vierten Auflage dieses Turniers den Titel des FIFA Interactive World Player nach Spanien zu holen und sich zugleich ein Preisgeld in Höhe von 20.000 USD zu sichern.
"Dies ist ohne Zweifel der bislang schönste Tag meines Lebens", erklärte der sichtlich bewegte Sieger unmittelbar nach dem gewonnenen Endspiel im Gespräch mit FIFA.com. Ramos strahlte vor Stolz bis über beide Ohren, und hatte auch allen Grund dazu. Denn er war während des gesamten Großen Finales, das bei strahlendem Sonnenschein und perfektem Fussballwetter im Berliner Sony Center am Potsdamer Platz ausgetragen wurde, der dominierende Akteur.
"Alfonso hat den Titel definitiv verdient, denn er war nicht nur heute, sondern auch schon in den vergangenen drei Monaten der Beste von uns. Ich gönne es ihm und freue mich für ihn", so Chris Bullard. Der 21 Jahre alte Engländer muss es wissen, denn er zählte zu den Topfavoriten und gewann den Titel vor drei Jahren. Doch Bullard musste bereits in seinem Auftaktmatch am eigenen Leibe spüren, dass an diesem Tag vor der beeindruckenden Kulisse von insgesamt 20.500 Zuschauern kein Kraut gegen den ebenso selbstbewusst wie taktisch clever aufspielenden Ramos gewachsen sein würde.
Der Spanier, der nicht nur das Live-Qualifikationsturnier seines Landes gewinnen konnte, sondern auch in der Online-Qualifikation Platz eins einnahm, setzte schon zum Turnierauftakt ein erstes Ausrufezeichen, indem er gleich einen 3:2-Erfolg gegen Bullard feiern konnte. Und während der Routinier ebenso wie der niederländische Titelverteidiger Andries Smit zur Überraschung aller in der Gruppenphase insgesamt jeweils nur einmal gewinnen konnten, um sensationell die Qualifikation für die K.o.-Phase zu verpassen, erspielte sich Ramos von Spiel zu Spiel mehr Respekt - mit einer Ausnahme, die sich letztlich als zusätzlicher Motivationsschub offenbaren sollte.
In seinem zweiten Gruppenspiel nämlich musste sich Ramos dem brasilianischen Mitfavoriten Andre Buffo mit 5:6 geschlagen geben. "Das machte mich nur noch motivierter", verriet der Iberer nach seiner Siegerehrung, bei der er die neue FIFA Interactive World Cup-Trophäe als erster Triumphator überhaupt in die Luft stemmen durfte. Seine Niederlage war der Knackpunkt, denn fortan erwies sich der bereits vor dem Endturnier als Geheimfavorit gehandelte Senkrechtstarter als eine Nummer zu groß für die 31-köpfige Konkurrenz, die übrigens ebenso wie Ramos selbst ausnahmslos angab, auch selbst im realen Leben Fussball zu spielen. Den Engländer Max Fayers bezwang Ramos mit 4:2, den Portugiesen Pedro Caiado mit 3:1 und den Schweizer Tunc Polat mit 9:5, um ins Halbfinale einzuziehen.
Dramatik pur auf dem Weg ins Endspiel
Unter den Augen des ehemaligen ghanaischen Nationalspielers Anthony Baffoe, der das Event in Berlin als Co-Kommentator begleitete, sowie eingeheizt von den Beats des deutschen Hip-Hop-Artists Das Bo nahm die Veranstaltung dann so richtig Fahrt auf: Auf der breiten Bühne inmitten des Sony Centers sollten die vier besten Akteure dieser Saison, die sich über acht Monate hinweg in weltweit 20 Ländern aus ursprünglich 28.000 Teilnehmern durchgesetzt hatten, virtuellen Fussball mit allen technischen und taktischen Finessen darbieten - alle vier Halbfinalisten übrigens mit dem FC Barcelona spielend.
Während Ramos trotz eines frühen Platzverweises und demnach lange Zeit in Unterzahl agierend gegen den 16-jährigen Dominik Posch aus Österreich souverän mit 6:3 gewinnen konnte und dabei seine ganze Klasse aufblitzen ließ, setzte sich der U.S.-Amerikaner Michael Ribeiro im wohl dramatischsten Spiel des Tages mit 4:3 gegen den Brasilianer Buffo durch, nachdem er bereits mit 0:2 zurückgelegen hatte. Dabei zahlte sich der Überraschungseffekt des 19-Jährigen aus New Jersey aus, einen Libero aufzubieten, um die wütenden Angriffe des Südamerikaners geschickt zu stoppen.
Posch, der im Viertelfinale den deutschen Lokalmatador Marko Krivokapic trotz eines 1:4-Rückstandes noch mit 5:4 aus dem Wettbewerb schießen konnte, holte sich am Ende Platz drei und erklärte: "Ich bin stolz, den kleinen Pokal mit nach Österreich nehmen zu dürfen." Ramos jedoch wollte das ganz große Exemplar haben - und sein Siegeswillen erwies sich als groß genug.
Tolles Event mit krönendem Abschluss
Im finalen Showdown, in welchem die Spannung im weiten Rund des Sony Centers so groß war, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können, dauerte es ganze 27 Spielminuten, ehe es überhaupt zu einer echten Chance kam: Der Spanier nutzte sie nach einem Eckball, um durch Samuel Eto'o per Kopf zum Erfolg zu kommen. Nachdem Thierry Henrys Schuss in den Winkel Mitte der zweiten Halbzeit für Ramos eigentlich schon die Entscheidung hätte bedeuten können, wechselte Ribeiro Bojan Krkic ein, der kurze Zeit später den Anschlusstreffer erzielte. Doch abermals Henry war es, der für Ramos in der 77. Minute für das 3:1 und somit für den Endstand sorgte, der für den besten Mann des Tages den Titel bedeutete.
Und während sich der neue FIFA Interactive World Player nicht nur darüber freute, seinem Heimatland Spanien doch noch einen WM-Erfolg in Berlin zu bescheren, sondern gedanklich auch schon auf die World Player Gala blickte, bei der er neben den ganz großen Stars aus der realen Fussballwelt auf der Bühne stehen wird, zeigte sich FIFA-Direktor Marketing Thierry Weil hochzufrieden mit dem Großen Finale des FIFA Interactive World Cup 2008: "Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, die Location war sehr gut, und die Stimmung war während des gesamten Turniers exzellent." Ohne Zweifel: Für einen Tag war in Berlin wieder richtiges WM-Fieber angesagt!
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